Philosoph des modernen Humanismus, Theologe und Pädagoge
Als Verantwortlicher für das Schulwesen im Herzogtum Weimar führte Herder bedeutende Schulreformen durch.
Er richtete das erste Lehrerausbildungsseminar ein, ließ Mädchen und Jungen gemeinsam unterrichten und schuf die moderne Realienschule im Gegensatz zur höheren Lateinschule.
Hier wurden Sprachunterricht und Grammatik in der deutschen Muttersprache erteilt und die Realienfächer wie Erdkunde, Geschichte und Physik in den Mittelpunkt gerückt. Höchstes Ziel der Erziehung ist nach Herder die Entwicklung des Einzelnen und der Gesellschaft zur Humanität.
| Originalzitate von Johann Gottfried Herder:
* Die Seele eines Kindes ist heilig.
* Der Mensch ist des Menschen erster und vorzüglichster Lehrer. * Der Mensch wie ein Baum des Himmels aufrecht gepflanzt, wächst langsam...Der Mensch muss am längsten lernen, weil er am meisten zu lernen hat, da bei ihm alles auf eigen erlangte Fertigkeit, Vernunft und Kunst ankommt.
* Die Menschen sind nicht, was sie sein sollen; aber sie können es werden.
* Ich wünschte, dass ich in das Wort Humanität alles fassen könnte, was ich bisher über des Menschen Bildung zur Vernunft und Freiheit ...gesagt habe.
| * Denn der Mensch hat kein edleres Wort für seine Bestimmung als er selbst ist, in dem das Bild des Schöpfers unserer Erde, wie es hier sichtbar werden konnte, abgedruckt ist.
* Ist` s möglich, dass jeder seine Arbeiten wählt, die für ihn sind, Stunden wählt, die für ihn sind, keinen Unterschied an Klassen und Ordnungen findet und finden will: Wie viel wäre damit ausgerichtet! So hat jeder seine Lieblingsstunden und - arbeiten, so fällt der Rangstreit weg, und das, was bleibt, ist nur Ordnung.
* Dass die Schule, so möglich, National- und Provinzialfarbe bekomme, versteht sich, und das in Religion, Geschichte, Geographie, Naturhistorie, Politik, ... , dass dies aber nicht mehr als Farbe sein müsse, versteht sich ebenso sehr, denn der Schüler soll für alle Welt erzogen werden. |